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Bahnen rund um den Ötscher




Übersicht


Die Region rund um den Ötscher (oberes Erlauftal) war immer schwer zugänglich. Erst seit 2004 gibt es eine gute Verkehrsverbindung zwischen Mariazell und Lunz am See, das "Zellerrain" wurde erst damals voll ausgebaut und hier gibt es auch den letzten Urwald Mitteleuropas und die Ötscherbären.

Die volle Erschliessung des Gebietes erfolgte erst durch die Eisenbahn um die Jahrhundertwende.

Im Gebiet rund um Mariazell entspringen einige Flüsse, die Eisenbahnstrecken folgen teilweise diesen Flußläufen, durch diese geographische Sonderstellung nähern sich fünf Bahnlinien Mariazell.

Fluß / Bahn


Pielach Mariazellerbahn St. Pölten - Mariazell Schmalspur
Traisen Leobersdorferbahn St. Pölten - Türnitz bzw. Kernhof Normalspur
Mürz - Mürzzuschlag - Neuberg Normalspur
Salza Mariazellerbahn Mariazell - Gußwerk Schmalspur
Thörl-Bach Thörlerbahn Kapfenberg - Au-Seewiesen Schmalspur
Ois (Ybbs) Ybbstalbahn Waidhofen / Ybbs - Lunz am See Schmalspur
dazwischen Ötscherland-Express Lunz am See - Kienberg-Gaming Schmalspur
Erlauf Erlauftalbahn Pöchlarn - Kienberg-Gaming Normalspur
- Museumstramway
Neubaustrecke
Mariazell - Erlaufsee Normalspur

Schmalspurnetz Alpenvorland


Um die Jahrhundertwende gab es Pläne, das gesamte Alpenvorland zwischen Linz und Wien durch ein Schmalspurnetz zu erschließen. Der Ausbruch des ersten Weltkrieges und die daraus folgenden wirtschaftlichen Probleme verhinderten bis heute eine Verbindung dieser Strecken.

So umschließt die Ybbstalbahn in einem weiten Bogen Gresten, das wiederum über die Zweigstrecke Obergrafendorf - Wieselburg - Gresten erschlossen wurde.

Aus der geschichtlichen Entwicklung ist zu erklären, warum in einem Tal eine Normalspurbahn errichtet wurde, im nächsten Tal eine Schmalspurbahn.
Der Hauptgrund für die Errichtung der Bahnlinien war dabei nicht der Personenverkehr oder gar der Tourismus, sondern der Reichtum an Ressourcen (die Mariazellerbahn bildet eine Ausnahme) - es gab ja noch keine Autos. Auch aus diesem Umstand erklären sich viele der heutigen Probleme.

Einstellung?


Heute sind fast alle diese Bahnen schwerst einstellungsgefährder.

Bei der Mariazellerbahn wurde die auf Wunsch der Steiermark gebaute Verlängerng nach Gußwerk 1988 eingestellt und 2003 abgetragen. Bei der Zweiglinie, der Krumpe, wurde die Teilstrecke Wieselburg - Gresten 1998 umgespurt, zwischen Wieselburg und Mank anschließend der Betrieb eingestellt und das Reststück Ober-Grafendorf - Mank ist derzeit schwerst gefährdet.

Bei der Ybbstalbahn wurde die Verbindung zwischen dem Ybbs- und dem Erlauftal, die Bergstrecke, ebenfalls 1988 eingestellt. Seit 1990 wird sie als Dampfbummelstrecke vom ÖGLB als Ybbsthalbahn Bergstrecke - Ötscherland-Express betrieben. Aktuell ist zu befürchten, dass der Planbetrieb auf dem Teilstück Groß-Hollenstein - Lunz / See demnächst eingestellt wird und eine weitere Nostalgiestrecke entsteht.

Thörler Bahn


Am ärgsten erwischte es die Thörlerbahn.

Die Strecke Kapfenberg nach Au - Seewiesen wurde 1893 in nur 210 Tagen errichtet, die Eröffnung erfolgte im Dezember 1893.

Nach Fertigstellung der Mariazellerbahn bis Gußwerk wurde der Weiterbau bis zur Thörlerbahn beschlossen und auch auf Landkarten eingezeichnet, der 1. Weltkrieg hat diese Pläne verhindert.

Auch diese Bahnlinie diente in erster Linie dem Güterverkehr, der Personenverkehr wurde bereits 1959 wieder eingestellt und ein Teilstück (2,7 km) auch demontiert. Nach der Einstellung des Streckenteiles von Thörl nach Seebach-Turnau im Jahr 1990 war auch hier die Demontage der Schienen geplant. Ein Verein versuchte mit Dampfbummelzügen die Strecke zu retten, der Region war aber ein Radwanderweg auf dieser Trasse wichtiger und so schltterte der Verein in den Konkurs und 2003 wurde mit der Abtragung der Schienen begonnen.

Hoffnung Normalspur


Normalspur ist niht unbedingt eine Option, denn auf der Leobersdorferbahn wurde bereits vor langer Zeit das Teilstück nach Kernhof und das Teilstück Freiland - Türnitz 2001 eingestellt.
2004 wurde der Betrieb über den Gerichtsberg auf einen Erinnerungs - Erlebniszug reduziert und im der ehemalige Knoten Freiland wurde aufgelasen.

Ungefährdet scheint derzeit die normalspurige Erlauftalbahn. Und bei der Museumstramway ist sogar eine Erweiterung in das Stadtzentrum von Mariazell im Gespräch.

Reizwort Umspurung


Ende 2003 wurde die Idee einer Umspurung der Mariazellerbahn - in Wirklichkeit: Pielachtalbahn - und der Ybbstalbahn veröffentlicht und seither gibt es einen Glaubenskrieg, bei dem sachliche Argumente wenig zählen.

In der Ausgabe Jänner 2004 der Mitgliederzeitung der Freunde der Mariazellerbahn wird versucht, die verschiedenen Rahmenbedingungen, die zu dieser Idee führten, umfangreich darzustellen.
Online-Ausgabe

Siehe auch
NÖVOG: Hintergründe der Umspurungs-Überlegungen für Mariazellerbahn und Ybbstalbahn

Argumente gegen die Umspurung finden Sie bei der IG Pro Mariazellerbahn.





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22.05.2006 Counter design by Ronny

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