Die Zsuzsi Erdei Kisvasút (Zsuzsi-Waldbahn) ist die älteste Schmalspurbahn Ungarns. Im Jahre 1882 wurde eine 22 km
lange dampfbetriebene Bahnstrecke mit der Spurweite von 950 mm von Debrecen-Fatelep in östlicher Richtung bis
Nyírmártonfalva zum Abtransport des in den Guth-Wäldern geschlagenen Holzes errichtet. Debrecen-Fatelep wurde mit dem
MÁV-Bahnhof Debrecen über ein normalspuriges Anschlußgleis verbunden. Nach dem Namen der Dampflok erhielt die Bahn im
Volksmund bald den Namen "Zsuzsi-Vasút" (Zsuzsi-Bahn), unter dem sie bis heute bekannt ist. 1923 wurde der
Personenverkehr auf der Bahn bewilligt, bis 1950 erfolgte in mehreren Etappen die Verlängerung der Strecke bis
Nyírbéltek, die Gesamtlänge betrug schließlich 49 km. Mit der Verstaatlichung der Bahnlinie im Jahr 1949 übernahm
die MÁV den Betrieb auf der nun Debreceni Kisvasút (Debrecener Schmalspurbahn) genannten Strecke. In den Jahren 1960 und 1961
wurde die Strecke auf 760 mm umgespurt, und blieb in dieser Form bis zum 31. August 1977 in Betrieb. Nach der
Betriebseinstellung gelangte der Abschnitt Debrecen-Fatelep - Hármashegyalja zusammen mit den Lokomotiven und Waggons in das
Eigentum der Debrecener Verkehrsbetriebe (Debreceni Közlekedési Vállalat; DKV) und wurde von diesen als Pioniereisenbahn
betrieben, die restliche Strecke wurde abgebaut. Seit 1996 befindet sich die Bahn nun im Eigentum der Zsuzsi Erdei Kisvasút
Kht. und verkehrt gegenwärtig an Samstagen, Sonn- und Feiertagen von Mai bis Oktober. Aufgrund von Oberbauschäden
mußte der Verkehr im Frühjahr 2004 zwischenzeitlich eingestellt werden, seit Ende Juni 2004 ist die Bahn wieder in
Betrieb, doch hängt ihr weiteres Schicksal von der nicht gerade rosigen finanziellen Situation des Betreibers ab.