Im Dezember 1905 wurde die im Osten Ungarns gelegene 51km lange 760mm-Schmalspurbahn von Nyíregyháza über Herminatanya
nach Dombrád (nordöstlich von Nyíregyháza) eröffnet. Im August 1911 ging noch eine 15km lange Flügelbahn von
Herminatanya nach Balsa am Theißufer in Betrieb. Der im Stadtgebiet von Nyíregyháza liegende Abschnitt wurde 1911
elektrifiziert, hier verkehrte bis 1969 zusätzlich zu den Schmalspurzügen die Straßenbahn. 1930 wurde bei Balsa
eine Brücke über die Theiß errichtet und die Bahnstrecke an die Bodrogközer Wirtschaftsbahn mit Zentrum in
Sárospatak angeschlossen, dadurch entstand ein durchgehendes Schmalspurnetz von 187km Streckenlänge. Ab 1937 verkehrten
zwischen Nyíregyháza und dem etwa 40km (Luftlinie) nordwärts gelegenen Sárospatak sogar Schnelltriebwagen. Ende 1944
wurde die Theißbrücke bei Balsa gesprengt und nicht mehr aufgebaut, seither mußten die Reisenden den Fluß mittels Floß
überqueren, ehe sie per Bahn weiterfahren konnten. 1969 wurde die Straßenbahn in Nyíregyháza eingestellt, für die
Schmalspurbahn wurde eine neue Trasse errichtet, die zunächst parallel zur MÁV-Linie Nyíregyháza-Záhony verläuft,
und bei der Haltestelle Sóstógyógyfürdő wieder in die alte Trasse mündet. Nach der Betriebseinstellung der
Linien um Sárospatak Ende 1980 verblieb nur das Netz von Nyíregyháza, hier wurde 1996 der Güterverkehr eingestellt,
der Personenverkehr spielt jedoch bis heute eine bedeutende Rolle.
Der Betrieb wird mit Dieselloks der Reihe Mk48 und vierachsigen Personenwagen der Type Bax abgewickelt. Bei der Abfahrt in
Nyíregyháza bestehen die Züge im allgemeinen aus 2 Loks und 4 Wagen, im Bahnhof Herminatanya werden die Garnituren
geteilt, die Zuglok fährt mit den ersten beiden Wagen nach Balsa, die Vorspannlok mit den restlichen zwei Wagen nach
Dombrád. In den Endbahnhöfen werden die Loks über ein Gleisdreieck gewendet, bei der Retourfahrt fahren die
Garnituren ab Herminatanya wieder vereinigt nach Nyíregyháza zurück.
