Schmalspurbahnmuseum Nagycenk


Nur wenige Schritte entfernt von der Endstation "Kastély" der Széchenyi-Museumsbahn Nagycenk - Fertőboz in der Nähe von Sopron befindet sich seit 1978 eine Freiluft-Ausstellung des Budapester Verkehrsmuseum mit einigen ungarischen Schmalspurfahrzeugen verschiedener Herkunft und Spurweiten. Die Fahrzeuge sind in einem guten Zustand und können das ganze Jahr über besichtigt werden.
Einen Überblick über die ausgestellten Lokomotiven und Wagen bietet die nachfolgende Tabelle, genauere Beschreibungen sind bei den jeweiligen Bildern zu finden.

Lokomotiven

angeschriebene NummerBauart/SpurweiteHerstellerHerkunftAnmerkungen
"Triglav"
C-n2t/600 mm
KrMü 4713/1901
Graf Ceconi, Wocheinisch Feistritz "Triglav"; kkHB R IIId 481; Inóczi Kőbánya, Nr. 4, ÁEV Kismaros-Királyrét Nr. 356,361
seit Anfang Sept. 2007 Denkmal in Kismaros
"Hany Istók"
C-n2t/760 mm
O&K 10726/1923
Waldbahn des Gutes Wenckheim, Mosonszentmiklós, "Hany Istók"; ÁEV Csömödér 357,314
 
MÁV 490,057
D-n2t/760 mm
MÁVAG 5849/1950
MÁV Nyírbodroger Schmalspurbahn, Steinbruchbahn Szob
ungarische Standard-Schmalspurdampflok
MÁV 495,5001
D-n2t/1000 mm
Bp 3782/1915
Perecesi Bányavasút (Industriebahn des Stahlwerks Diósgyőr)
 
ÓKÜ 10
C-n2/1000 mm
Sigl Wien 1060/1870
Rimamurány-Salgótarjáni Vasmű Rt, Ózd; Borsodnádasdi Lemezgyár (Plattenfabrik Borsodnádasd)
 am längsten in Betrieb gestandene Dampflok der Welt
ÓKÜ 21
D-n2t/1000 mm
KrLi 4428/1900
Borsodi Bányatársulat; Ózdi Kohászati Üzemek
 
Kaposcukor 5
C-n2t/760 mm
KrLi 7124/1916
Zuckerfabrik Kaposvár ("Kaposcukor")
 
"Kincses"
C-n2t/760 mm
Bp 3787/1915
H. Freund & Söhne, Batajnica; Bauxitgrube Gánt; ab 1948 Schweinemastanstalt Nagytétény
 

Personenwagen

angeschriebene NummerSpurweiteHerstellerHerkunftAnmerkungen
MÁV ABax 361
760 mm
DVEV, 1931
DVEV BCamot 101; HKV M2, MÁV-GV Cegléd ABax 361
ursprünglich Benzintriebwagen DVEV BCamot 101 (950 mm), nach dem 2. WK Ub in Personenwagen; vermutlich einziger schmalspuriger Personenwagen in Ungarn mit Polstersitzen
letzte Rev. Sm 29.09.93
MÁV B 425
760 mm
 
AEGV
letzte Rev. Sm 21.12.93
MÁV B 552
760 mm
 
 
letzte Rev. Sm 21.12.93
MÁV Bak 2151
1000 mm
 
Perecesi Kisvasút
Pereces - Baross akna
gedrungene Bauweise wegen engen Lichtraumprofils
MÁV B 52017
760 mm
Weitzer Arad, 1906
GV Kapuvár
nur Fahrgestell vorhanden
MÁV B 52021
760 mm
 
GV Kapuvár
letzte Rev. Sm 29.09.93

Güterwagen

angeschriebene NummerSpurweiteHersteller, BaujahrHerkunftAnmerkungen
MÁV Hungaria G 61974
760 mm
Magyar-belga fémipargyár RT, Budapest
AEGV
 
LÁEV 11
760 mm
 
ÁEV Lillafüred
 
LÁEV 17
760 mm
 
ÁEV Lillafüred
 
GV R 35614
760 mm
 
 
 
GV Ubn 45091
760 mm
 
 
 



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Lokomotiven


"Triglav" (ÁEV 356,361)
(KrMü 4713/1901; C-tn2, 600 mm)


ÁEV 356,361
ÁEV 356,361
ÁEV 356,361

Die Lok "Triglav" begann ihren Dienst auf der Waldbahn des Grafen Ceconi am Wocheiner See nahe Wocheinisch Feistritz (heute Bohinjska Bystrica, Slowenien). Ihren Namen erhielt sie nach dem nahegelegenen Triglav-Berggipfel. Während des Ersten Weltkrieges diente sie bei der k.u.k. Heeresbahn mit der Nummer 481, eingereiht als Kategorie R IIId. Nach dem Ersten Weltkrieg kam sie nach Ungarn zum Steinbruchunternehmen Inóci Kőbánya és Ipartelepek in Verőce und erhielt dort die Betriebsnummer 4. Später bei einem Sägewerk in Paphegy im Einsatz, kam sie in den 1950er-Jahren schließlich zu den Staatlichen Waldbahnen auf die Strecke Kismaros - Királyrét, zu deren populärstem Fahrzeug sie bald wurde. Dort erhielt sie die Bezeichnung 356,301. Fast bis zum Ende behielt die Lok ihre gegossenen Namens- und Fabriksschilder. Seit 1974 Museumsstück, wurde sie vor ihrer Aufstellung in Nagycenk von der MÁV-Hauptwerkstätte Debrecen im Jahr 1978 restauriert. Seit September 2007 befindet sie sich als Denkmal in Kismaros.


"Hany Istók" (ÁEV 357,314)
(O&K, Berlin-Drewitz 10726/1923; C-tn2, 760 mm)


ÁEV 357,314
ÁEV 357,314
ÁEV 357,314

Die Lokomotive "Hany Istók" beförderte ursprünglich landwirtschaftliche Produkte auf der Wirtschaftsbahn des Wenckheim-Gutes in Mosonszentmiklós. Ihren Namen erhielt sie nach einer lokalen Sagengestalt: Im Moorgebiet der Hanság sollen Fischer im Jahr 1749 ein verwildertes Kind gefunden haben, das in Kapuvár auf den Namen Hany István getauft wurde. István lebte eine Zeit lang am Fürstenhof, verließ aber wegen der Böswilligkeit der Leute den Ort und kam nie wieder zurück. Seine Person wurde in vielen Sagen und in der Literatur verewigt. Dass Hany István tatsächlich gelebt hat, beweist der lateinische Eintrag im Taufbuch der Pfarre von Kapuvár, das sich im dortigen Pfarramt befindet. (Siehe http://www.kapuvar.hu/de/idegenforgalom/latnivalo/ , abgerufen am 28.9.2012.) Nach einer anderen Version war Hany Istók ein Wassermann, der in der moorigen Hanság lebte.
Sei es wie es sei, weil die Wirtschaftsbahn des Wenckheim-Gutes in der Hanság lag, wurde die kleine Lokomotive nach dieser Sagengestalt benannt. Später kam die Lok zur Waldbahn des Esterházy-Gutes in Csömödér. Als das Gut nach 1945 von der neu entstandenen Ungarischen Staatlichen Waldwirtschaft übernommen wurde, erhielt die Lokomotive die Betriebsnummer 357,314. Bis zu ihrer Außerdienststellung stand sie in Csömödér als Waldbahnlok in Betrieb. Anläßlich ihrer musealen Aufarbeitung erhielt sie wieder ihren ursprünglichen charakteristischen Gußeisenkamin zurück, bevor sie 1978 schließlich in das Museum nach Nagycenk kam. Ihre Namensschilder werden dagegen noch heute im Museum der Waldbahn Csömödér in Lenti gezeigt.
Die beiden Langholzwagen hinter der Lok stammen von der staatlichen Waldbahn Lillafüred.



MÁV 490,057
(MÁVAG 5849/1950; D-tn2, 760 mm)


MÁV 490,057
MÁV 490,057
MÁV 490,057

Die Baureihe 490 ist die ungarische Standard-Schmalspurtype. Die hier gezeigte 490,057 wurde im Jahr 1950 von der MÁVAG Lokomotiv- und Maschinenfabrik in Budapest für die Nyírbodroger Schmalspurbahn (Streckennetz um Nyíregyháza und Sárospatak) in Nordostungarn geliefert und kam später auf die Steinbruchbahn nach Szob, wo sie bis 1980 in Betrieb stand. Nach ihrer Außerdienststellung wurde sie in der MÁV-Hauptwerkstätte Istvántelek aufgearbeitet und 1981 ins Museum nach Nagycenk gebracht.
Ausführliche Beschreibung der Reihe 490.





MÁV 495,5001
(Bp 3782/1915; D-tn2, 1000 mm)


MÁV 495,5001
MÁV 495,5001
MÁV 495,5001

Die Lok 495,5001 wurde für die Werkbahn des Stahlwerkes Diósgyőr (Perecesi bányavasút - Grubenbahn Pereces) bei Miskolc in Nordungarn gebaut, bei ihrer Ablieferung trug sie die Betriebsnummer 411,005. Anläßlich der Übernahme des Werkbahnbetriebes durch die MÁV im Jahr 1948 erhielt die Lok ihre heutige Nummer. Nach der Auflösung der Grubenbahn im Jahre 1971 versah die Maschine noch bis zu ihrer Außerdienststellung im Jahr 1972 ihren Dienst auf dem Gebiet innerhalb des Stahlwerkes, welches zu dieser Zeit den Namen "Lenin Kohászati Művek" (Lenin-Stahlwerke) trug. Im Jahre 1978 wurde die Lok von der MÁV-Hauptwerkstätte Debrecen für das Museum restauriert.




Lok Nr. 10
(G. Sigl, Wien, 1060/1870; C-n2, 1000 mm)


Lok Nr. 10
Lok Nr. 10
Lok Nr. 10

Die Lokomotive Nr. 10 wurde von der Lokomotivfabrig Georg Sigl in Wien im Jahre 1870 als Tenderlok erbaut. 1885 war sie im Stahlwerk Ózd der Rimamurány-Salgotarjáner Eisenwerke in Betrieb. Später stattete man sie mit einem Schlepptender aus. Zuletzt versah die Lokomotive bis 1992 in der Plattenfabrik in Borsodnádasd Dienst, bevor sie in das Eigentum des Budapester Verkehrsmuseums überging. Nach ihrer Aufarbeitung 1993 durch die Zugförderungsleitung Sopron der GySEV kam sie ins Museum nach Nagycenk.
Nach ungarischer Auffassung ist die Lok Nr. 10 mit 122 Einsatzjahren die am längsten in Betrieb gestandene Dampflok der Welt.



Lok Nr. 21
(Krauss & Comp. Linz 4428/1900; D-tn2, 1000 mm)


Lok Nr.21
Lok Nr.21
Lok Nr.21

Die Lok Nr. 21 wurde im Jahr 1900 von der Borsoder Bergwerksgesellschaft für die damals meterspurige Bahnlinie Sajókazinc-Rudabánya in Nordungarn geliefert. Später wurde die Bahnstrecke auf Normalspur umgebaut und die Lok kam in den Dienst des Stahlwerkes Ózd. Dort versah sie, mit einem Schlepptender ausgestattet, unter der Nummer 481-21 bis 1970 Dienst. 1978 wurde sie von der MÁV-Hauptwerkstätte Debrecen restauriert, wobei auch ihr ursprünglicher Zustand wieder hergestellt wurde. Die Lok 21 war die erste Lokomotive im Museum in Nagycenk.



Lok Nr. 5 der Zuckerfabrik Kaposvár
(Krauss & Comp. Linz 7124/1916; C-tn2, 760 mm)


Kaposcukor 5
Kaposcukor 5
Kaposcukor 5

Der Lebenslauf der Lokomotive Nr. 5 ist schnell beschrieben. Seit 1916 stand sie auf dem Werkbahnnetz der Zuckerfabrik Kaposvár (südlich des Plattensees) in Verwendung, nach ihrer Außerdienststellung war sie von 1973 bis 1978 im Hof der MÁV-Direktion Pécs ausgestellt. Nach der Restaurierung durch die MÁV-Hauptwerkstätte Debrecen im Jahre 1978 kam sie ins Museum nach Nagycenk.



Lokomotive "Kincses"
(Bp 3787/1915; C-tn2, 760 mm)


Kincses
Kincses
Kincses

Erster Eigentümer dieser Lokomotive war die Firma H. Freund & Söhne in Győr. Nach kurzem Einsatz in Kroatien gelangte die Lok nach Ungarn zur Bauxitgrube in Gánt, wo sie auch ihren Namen erhielt. 1948 kam sie zur Schweinemastanstalt in Nagytétény bei Budapest, wo sie bis 1974 im Einsatz stand. Nach ihrer Aufarbeitung durch die MÁV-Hauptwerkstätte Debrecen im Jahr 1978 kam sie ins Museum Nagycenk.





Personenwaggons



Ba 2151
MÁV Bak 2151 (1000 mm)
Niedrig gebauter, sogenannter Tunnelwagen der Industriebahn Pereces.

MÁV ABax 361
MÁV ABax 361 (760 mm)
Dieser vierachsige Wagen mit 1. und 2. Klasse-Abteil stammt von der 1973 aufgelösten Cegléder Schmalspurbahn und ist möglicherweise Ungarns einziger Schmalspurwaggon mit gepolsterten Sitzen.

MÁV B 425, 552
MÁV B 425 und B 552 (760 mm)

MÁV B 52021
MÁV B 52021 (760 mm)
Der Wagen stammt von der Wirtschaftsbahn Kapuvár. Wie auf ungarischen Schmalspurbahnen auch heute noch üblich, besitzt er zur Wagenbeheizung im Winter einen Eisenofen.





Güterwagen



LÁEV-Langholzwagen
Langholzwagen der LÁEV, Nr. 11 und 17 (760 mm).
Diese Wagen zum Transport von Baumstämmen waren bei der Waldbahn Lillafüred im Einsatz und wurden von dieser dem Museum geschenkt.

GV-Muldenkipper
GV-Muldenkipper Ubn 45091 (760 mm).


GV R 35614 (760 mm).


MÁV G 61974 (760 mm).
Dieser gedeckte Güterwagen stammt von der AEGV.





Literatur:
Koltai Mariann:Nagycenk - Múzeumvasút; Tájak-Korok-Múzeumok Kiskönyvtára, Nr. 407, Budapest 1991
N. N.A Nagycenki Széchenyi István Múzeumvasút; herausgegeben von der GySEV, erhältlich bei der Museumsbahn
N. N.István Széchenyi-Museumsbahn Nagycenk bei Sopron; herausgegeben von der GySEV, erhältlich bei der Museumsbahn


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