Lillafüredi Állami Erdei Vasút

(Staatliche Waldbahn Lillafüred)

Miskolc - Garadna/Mahóca (- Farkas-gödör)

Die nordungarische Industriestadt Miskolc ist Ausgangspunkt des heute größten Waldbahnnetzes in Ungarn, der Staatlichen Waldbahn Lillafüred (Lillafüredi Állami Erdei Vasút; LÁEV). Aufgrund der Holzknappheit nach dem Ersten Weltkrieg wurde beschlossen, eine Waldbahn in das Bükkgebirge zu errichten, um das dort geschlagene Holz wirtschaftlicher abtransportieren zu können. Die 14 km lange Hauptstrecke der Waldbahn von Miskolc über Lillafüred nach Garadna wurde am 17. Mai 1921 in Betrieb genommen. Bedeutende Kunstbauten sind die 64 m lange Brücke über das Mély-völgy (Tiefes Tal), die zwei Tunnels vor und nach der Haltestelle Lillafüred (112 m bzw. 119 m) sowie die in einem Bogen angelegte Brücke neben dem See von Hámor (32 m). 1922 errichtete man von der Haltestelle Papírgyár (Papierfabrik) ausgehend eine Seitenstrecke nach Mahóca errichtet, die 1940 bis Taksa-lápa und 1949 schließlich bis Farkas-gödör verlängert wurde und seither eine Länge von 19 km aufweist. Auf dem Abschnitt Mahóca - Farkas-gödör ruht gegenwärtig der Verkehr. Weitere, ebenfalls in den 1920er-Jahren angelegte Flügelstrecken wurden in der Zwischenzeit stillgelegt und abgebaut. So existierte beispielsweise auch ein Gleis ins Stahlwerk Diósgyő, wo Anschluß an das normalspurige MÁV-Netz bestand. Die Hauptstrecke besitzt spätestens ab der Haltestelle Papírgyár Gebirgscharakter und steigt bis zur Endstation Garadna mit durchschnittlich 1,5% kontinuierlich an. Die maximale Steigung beträgt 3,9%.
Wurde die Bahn anfangs ausschließlich für den Güterverkehr gebaut, so besteht auf der Hauptstrecke nach Garadna seit 1924 auch Personenverkehr. Auf der Seitenlinie nach Farkas-gödör wurde der Personenverkehr hingegen erst 1963 aufgenommen. Außer Holz transportierte die Waldbahn auch Kohle aus der Márta-Grube in Diósgyőr und Dolomit aus dem Garadna-Tal. Seit 1970 ging der Güterverkehr schrittweise zurück, wodurch auch gewisse Flügelstrecken überflüssig wurden und in der Folge abgebaut wurden. Auf dem verbliebenen Netz besteht seit 1990 nur mehr Personenverkehr. Die heutige Abfahrtsstelle der Waldbahn befindet sich in Miskolc in der Dorottya utca (erreichbar mit der Straßenbahnlinie 1), das Betriebszentrum der Bahn liegt etwas weiter westlich im Stadtteil Diósgyőr-Majláth.
Für den Betrieb der bis 1929 Szinvavölgyi Erdei Vasút (Waldbahn im Szinva-Tal) genannten Bahn standen zur Zeit der Betriebsaufnahme Dampfloks zur Verfügung. Um den Personenverkehr zu beschleunigen, wurden im Jahr 1927 zwei Verbrennungstriebwagen mit dazupassenden Beiwagen und Gepäckwagen in Betrieb genommen. Einer dieser Triebwagen gelangte nach seiner Außerdienststellung auf die Budapester Kindereisenbahn und steht dort regelmäßig im Nostalgiebetrieb im Einsatz.
Heute wird der Betrieb auf der Waldbahn mit jeweils mehreren Dieselloks der Reihen C50 und Mk48 geführt, die nach dem bei den ungarischen Waldbahnen gültigen Schema bezeichnet sind. Für Nostalgiezüge stehen weiters die Dampflok 447,401 "Lilla" sowie seit 2006/07 die letzte in Ungarn erhaltene Diesellok vom Typ B26 zur Verfügung. Die 447,401 war die letzte Dampflok auf der Waldbahn und wurde 1973 ausgemustert, nach einer Generalreparatur wird sie seit dem Jahr 2000 vor Sonderzügen eingesetzt. Die B26 hingegen steht aufgrund ihrer beschränkten Leistung nur selten in Betrieb, erster Einsatz seit ihrer Aufarbeitung im Jahr 2006 war der 17. Februar 2007.

Die Stationen:

Hauptstrecke Miskolc - Garadna
kmStationAnmerkungen
  0Miskolc-Dorottya utcaheutiger Streckenbeginn
  1Diósgyőr 
  2Diósgyőr-Városközpont 
  3Majláth 
  4PapírgyárAbzweigung der Strecke nach Mahóca bzw. Farkas-gödör
  7Puskaporos 
  8Lillafüred 
11Újmassa-Őskohó 
13Közép-Garadna 
14GaradnaEndstation
Flügelstrecke Papírgyár - Mahóca (- Farkas-gödör)
kmStationAnmerkungen
 0PapírgyárAbzweigung von der Hauptstrecke
 1Chinoin 
 2Csanyik erdészlak 
 7Ortástető 
10Andókút 
13Mahócagegenwärtige Endstation


Die Bezeichnung der Triebfahrzeuge



LÁEV-Triebfahrzeuge sind nach dem folgenden Schema bezeichnet: Xaa-bcc

X A....Triebwagen
C....Diesellok Type C50 oder B26
D....Diesellok Typ Rába M041 (Mk48)
aa 02....Kennzahl der LÁEV
b Achslast, auf t gerundet
cc fortlaufende Nummer



Weitere Seiten zum Thema LÁEV:
Offizielle Website der LÁEV
Private Website über die LÁEV, sehr ausführlich, allerdings nur auf ungarisch.
Website über die LÁEV von Zsolt Tóth, ebenfalls sehr ausführlich, mit Typenplänen etc., allerdings auch nur ungarisch

Abkürzungen

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