
| Bauart/Achsfolge | B-dm | Anfahrzugkraft | |
| Treibraddurchmesser | 600 mm | Achsstand Drehgestell | --- |
| Laufraddurchmesser vorne | --- | Achsstand fest | 1500 mm |
| Laufraddurchmesser hinten | --- | Achsstand gesamt | 1500 mm |
| Länge über Puffer | 4600 mm 1) 4000 mm 2) |
Motortype | Csepel D413 |
| Höchstgeschwindigkeit | 30 km/h | Motordrehzahl | 1500 U/min |
| max. Achslast | 3,5 t 1) 2,5 t 2) |
Zylinderanzahl | 4 |
| Reibungslast | 7 t 1) 5 t 2) |
Kraftübertragung | mechanisch |
| Dienstgewicht | 7 t 1) 5 t 2) |
Baujahre | 1952-1960 |
| Leistung | 37 kW/50 PS | Betriebsnummern |
M297,4001-4009 1), GV 3701-3793 1), GV 4500-4512 2), GV 5701-5737 1) |
Nach dem 2. Weltkrieg, als im übrigen Europa bereits das Schmalspurbahnsterben einsetzte, wurden in Ungarn
eine Reihe von Schmalspurstrecken neu errichtet. Grund dafür war die sehr schlechte Verkehrssituation im
Land, viele Orte waren noch nicht über öffentliche Straßen erreichbar, teilweise konnten aufgrund des
sumpfigen Bodens auch keine tragfähigen Straßen errichtet werden. Bis heute sind manche dieser Ortschaften
nur mit der Eisenbahn erreichbar. Für den Betrieb auf diesen, Wirtschaftsbahnen genannten Strecken, aber
auch für viele Waldbahnen wurde in den 1950er-Jahren eine leichte, zweiachsige Diesellok entwickelt und von
der MÁV-Hauptwerkstätte Nord (MÁV Északi Járműjavító Üzem) in mehr als 100 Stück gebaut. Nach
ihrer Leistung von 50 PS gab man dieser Bauart die Typenbezeichnung C50, unter der sie allgemein auch bekannt
ist. Motor, mechanisches Schaltgetriebe, Kupplung und elektrische Ausrüstung stammen vom ungarischen
Lastwagentyp "Csepel". Die Loks besitzen Mittelführerhaus und halbhohe Vorbauten an den Enden,
zur Erhöhung der Reibungslast können zusätzliche Gewichte montiert werden. Die ersten C50 waren
durchwegs in der Spurweite 760 mm ausgeführt, später wurden auch Loks in 600 mm und Meterspur gebaut.
20 Stück dieser Type wurden sogar nach Korea exportiert. Entsprechend der großen Stückzahl, in der
die Loks gebaut wurden, unterscheiden sich die Loks in manchen Details, was durch unterschiedliche Betriebsnummerngruppen
berücksichtigt wird. So besitzen die Maschinen der Standardbauform mit Innenrahmen die Betriebsnummern
3701 ff., die Standardbauform mit Außenrahmen wurde mit 5701 ff. bezeichnet. Die Loks der Nummerngruppe 45..
haben ebenfalls Außenrahmen, jedoch unterschiedlich lange Vorbauten und sind daher um 600 mm kürzer und
2 t leichter als die Standard-C50. Eine dieser Maschinen, die GV 4505, fährt heute auf der Bahn im
Vergnügungspark in Debrecen.
Aufgrund ihrer einfachen und zuverlässigen Konstruktion bewährten sich die Lokomotiven sehr gut, teilweise
stehen sie auch heute noch, nach etwa einem halben Jahrhundert, im täglichen Betrieb. Während ihrer
langen Einsatzdauer wurden die Maschinen teilweise modernisiert, so erhielten beispielsweise die auf dem Netz von
Balatonfenyves eingesetzten C50er neuere, 80 PS starke Motoren des Typs Csepel D414, andere wiederum erhielten
hydraulische Kraftübertragung. Die tiefgreifendsten Umbauten mußte eine Maschine der Staatlichen Waldbahn Gemenc
über sich ergehen lassen, sie erhielt eine neue Antriebsanlage und komplett neue Aufbauten, einzig der Rahmen
und die Achsen blieben original. Diese Lok erhielt die Typenbezeichnung C50Z und ist eher als Neubau denn als Umbau
zu betrachten.
Der überwiegende Teil der C50 ging an verschiedene Wirtschaftsbahnen (das Kürzel GV steht für
"Gazdasági Vasút", also Wirtschaftsbahn) nur 9 Stück kaufte die MÁV für ihre Strecken, sie
wurden als M297,4001-4009 bezeichnet. Mit Einführung des heutigen Nummernschemas ab 1957 erhielten sie
buchmäßig die neuen Betriebsnummern Mk29,1001-1009, diese Nummern wurden jedoch nie an den Loks angeschrieben.
In den 1970er-Jahren wurden diese Loks teilweise ausgemustert, teilweise verkauft, ihr weiteres Schicksal ist unbekannt.
Viele der ausgemusterten C50er wurden nicht verschrottet, sondern fanden als Ersatzteilspender für ihre im Betrieb
verbliebenen Schwestern weitere Verwendung. Ein großer Teil der C50er trägt jedoch noch bis heute auf vielen Wald- und
Touristikbahnen die Hauptlast des Verkehrs.
